Bitte beachten Sie, dass die Patienteninformationen der  folgenden Seiten allgemeine medizinische Aussagen sind. Eine konkrete Diagnose und eine auf Ihre individuelle Situation  abgestimmte Behandlungsempfehlung erfordert ein persönliches Gespräch, eine ausführliche Anamnese und klinische Untersuchungen.

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Synonyme: Duktales Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse, Pankreaskarzinom Pankreascarcinom, Pankreaskrebs, Bauchspeicheldrüsentumor, Pankreastumor


In Österreich erkranken jährlich ca. 1600 Personen neu (Inzidenz) an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen. Der Altersgipfel für das Auftreten des Pankreaskarzinoms liegt zwischen 60.  und 80. Lebensjahr. Die genauen Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind unklar. Eine Reihe von Risikofaktoren, sind jedoch bekannt. Dazu gehören bestimmte Lebensgewohnheiten, der Kontakt mit Schadstoffen und einige familiäre/vererbte Erkrankungen: Rauchen, häufiger übermäßiger Alkoholkonsum, starkes Übergewicht, häufiger Verzehr von geräucherten oder gegrillten Speisen, Übermäßiger Verzehr von Zucker, dauerhafte Entzündung der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis), Typ-2-Diabetes, erblicher Brust- oder Eierstockkrebs.

Wenn in Ihrer Familie gehäuft Krebs der Bauchspeicheldrüse auftritt (zwei oder mehr erstgradige Verwandte), ist das eigene Risiko für ein familiäres Pankreaskarzinom erhöht. Eine frühzeitige und engmaschige Vorsorge-Untersuchung wird dringend angeraten.


Ich berate Sie gerne über Ihr individuelles Risiko, Vorsorgeuntersuchungen und erstelle Ihnen einen persönlichen Vorsorgeplan.


Bauchspeicheldrüsenkrebs kann überall, in jedem Abschnitt der Bauchspeicheldrüse auftreten. Am häufigsten, in etwa zwei Drittel der Fälle, ist der Tumor im Pankreaskopf lokalisiert. Da eine Ausbreitung frühzeitig erfolgen kann, ist eine rasche Diagnose und die richtige Therapie besonders entscheidend für den Krankheitsverlauf.


Symptome und Diagnose


Oft macht sich eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse anfangs kaum bemerkbar. Erst wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat oder auf den Zwölffingerdarm oder die Gallenwege drückt, verursacht er Beschwerden. Schmerzen im Oberbauch oder Rücken, Gewichtsverlust, Appetitmangel, Schwäche, Gelbfärbung der Haut oder des Augäpfels (Gelbsucht, Ikters) sind die häufigsten Symptome. Besonders eine schmerzlose Gelbsucht (Ikterus), ein plötzlich neu aufgetretener Diabetes mellitus und unklare Bauchspeicheldrüsenentzündung ab dem 50. Lebensjahr sollten immer genau abgeklärt werden.

Die Abklärung der Bauchspeicheldrüse wird mit unterschiedlichen Untersuchungs-Methoden durchgeführt. Durch die Kombination dieser Verfahren lässt sich das genaue Stadium der Erkrankung ermitteln und die weitere Therapie effizient planen:


  • Kontrastmittelverstärkte Computertomographie (CT) Brust- und Bauchraum
  • Magnetresonanztomographie (MRT) in Verbindung mit einer Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP)
  • Die Ultraschalluntersuchung „von innen“ (Endosonographie) mit der Möglichkeit einer Feinnadelbiopsie (Gewebeprobe) des Tumors
  • FDG PET-CT und PET-MRT der Bauchspeicheldrüse
  • Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP)

 

Auch werden Labor inklusive Tumormarker bestimmt. CA 19-9 ist der zentralste Tumormarker der Bauchspeicheldrüse für eine Aussage über den Krankheitsverlauf. Dieser ist oftmals bei fortgeschrittener Krebserkrankung erhöht. Leider ist er jedoch nicht 100% verlässlich, da auch gesunde Zellen diesen Tumormarker bilden können, zum Beispiel bei Entzündungen..  Zudem können Menschen mit der Blutgruppe AB (ca. 5%) den Tumormarker Ca 19-9 nicht bilden und der Laborbefund zeigt trotz Vorliegen einer Bauspeicheldrüsenkrebserkrankung einen falsch niedrigen Wert. Es ist daher sehr wichtig, dass Tumormarker nur in Zusammenschau aller Befunde (Symptome, Bildgebung und Labor) von einem Experten richtig interpretiert werden.


Gemeinsam mit spezialisierten Kollegen der Radiologie und Gastroenterologie organisiere ich für Sie Untersuchungen, bespreche mit Ihnen ausführlich die Ergebnisse und plane die weitere Behandlung.

 

Therapie

Die Therapie des Pankreaskarzinomshängt vor allem davon ab, wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Aber auch der allgemeine Gesundheitszustand und die damit verbundene individuelle Lebensqualität wird bei der Wahl der Behandlungsmethode berücksichtigt. Die Behandlung wird gemeinsam mit Experten der Radiologie, Onkologie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Pathologie, Chirurgie und Anästhesie geplant und durchgeführt. Diese besteht in unterschiedlicher zeitlicher Abfolge und abhängig des Erkrankungstadiums aus: Operation (Chirurgie), Chemo- und Immuntherapie und Strahlentherapie (Radiotherapie) und palliativmedizinischer Betreuung.

 

Im Frühstadium (der Tumor ist auf die Bauchspeicheldrüse beschränkt) ist die rasche Operation mit vollständiger Entfernung des Tumors die wichtigste und effizienteste Therapie. Je nach Lage des Tumors werden unterschiedliche Teile der Bauchspeicheldrüse entfernt (partielle Duodenopankreatektomie, Whipple Operation, Pankreaslinksresektion, totale Pankreasresektion). Anschließend wird den meisten Patienten eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie empfohlen, um einzelne, eventuell noch im Körper zirkulierende, Tumorzellen abzutöten.

 

Bei lokal fortgeschrittenem Stadium (der Tumor hat Kontakt zu den zentralen Gefäßen des Magen-Darmtrakts) ist es notwendig, vor der Operation den Tumor durch eine (neoadjuvante) Chemo- bzw. Immuntherapie zu verkleinern. Dies kann in Kombination mit einer lokalen Strahlentherapie erfolgen. Sobald sich der Tumor ausreichend von den Gefäßen zurückgezogen hat, wird die Operation durchgeführt. Auch in diesem Fall wird eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie empfohlen, um einzelne, eventuell noch im Körper zirkulierende, Tumorzellen abzutöten.


Zeigt der Tumor  eine Absiedelungen in anderen Organen (Metastasen Leber, Lunge, Bauchfell) an, kann dieser durch eine Operation nicht mehr ausreichend radikal entfernt werden. Das Ziel einer Behandlung mit Chemo- und Immuntherapie sowie zusätzlicher Strahlentherapie (Radiotherapie) ist es eine weitere Tumorausbreitung zu stoppen und den Tumor zu verkleinern. Sehr individuell und im Rahmen von Studien, ist es aber dennoch möglich, bei gutem Therapieansprechen und wenigen verbleibenden Metastasen, eine anschließende operative Entfernung des Tumors in der Bauchspeicheldrüse sowie der Tumor-Absiedelungen durchzuführen. 

 

Gerne bespreche ich mit Ihnen ausführlich Ihre aktuelle Situation und plane gemeinsam mit Ihnen theapeutische Vorgehen.